Sparen zwischen Militär und Gesundheits­wesen

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Zur Zeit beschäf­ti­gen zwei The­men das Bun­des­par­la­ment, die we­sent­li­chen Ein­fluss auf die Fi­nan­zen ha­ben.

Karikatur Tagesanzeiger
Ka­ri­ka­tur aus dem Ta­ges­an­zei­ger© (Autor: Schaad)

Gesundheit

   

Militär

Die eid­ge­nös­si­schen Rä­te strei­ten um die so­ge­nann­te «Ma­na­ged Ca­re».

Diese gan­ze Ge­sund­heits­re­form soll ja da­zu die­nen, die Ge­sund­heits­kos­ten zu sen­ken, für den Staat, für die Kran­ken­kas­sen und die Prä­mien­zah­ler.

Eigent­lich soll ein­fach die freie Arzt­wahl ein­ge­schränkt wer­den. Es sol­len Ärz­te­netz­wer­ke be­vor­zugt wer­den. Als ob nicht die meis­ten Ärz­te oh­ne­hin ein Netz­werk hät­ten, wo sie die Pa­tien­ten hin­schic­ken, wenn es sinn­voll ist. Die­se Netz­wer­ke sind na­tür­lich un­ter­schied­lich, vor al­lem zwi­schen länd­li­chen Ge­gen­den und den Ag­glo­me­ra­tio­nen.

Wenn aber damit ge­meint ist, es sol­len vor al­lem Ge­mein­schafts­pra­xen be­vor­zugt wer­den, dann ist das nur dort sinn­voll, wo auch meh­re­re Ärz­te prak­ti­zie­ren. In klei­nen Dör­fern, wo es noch einen Arzt gibt, müss­te man dann im­mer mit dem Zug oder Bus in ein Zent­rum fah­ren. Das ist für den Pa­tien­ten oft zeit­rau­bend und teu­er, oft auch un­zu­mut­bar. Ein wirk­lich Kran­ker soll­te sich ja nicht im öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel auf­hal­ten; und er soll­te auch kein Au­to steu­ern!

Eine Übung wie die meis­ten in letz­ter Zeit im Ge­sund­heits­we­sen: eine Spar­übung, die die Kos­ten wei­ter an­stei­gen lässt. Ge­gen zwei Grund­übel ist die­se Mass­nah­me aber nicht ge­rich­tet:

  1. Zu hohe Mar­gen in der Phar­ma (im­mer noch kos­ten Me­di­ka­men­te in der Schweiz das vier- bis sechs­fa­che des­sen, was die­sel­ben Me­di­ka­men­te im na­hen Aus­land kos­ten. Und da ist nicht bloss die Wäh­rung schuld. Aber da­ge­gen nüt­zen auch die neues­ten po­li­ti­schen Ent­schei­de nichts.
  2. All das Geld, das die Kran­ken­kas­sen aus­ge­ben (z.B. für Fern­seh­spots), um sich ge­gen­sei­tig die loh­nen­den Kun­den ab­zu­ja­gen, hilft auch nicht Prä­mien zu sen­ken.

Diese Spar­übung nützt le­dig­lich bei einem klei­nen Pro­zent­satz von Leu­ten, die von Arzt zu Arzt sprin­gen, bis sie end­lich das ge­wünsch­te Zeug­nis er­hal­ten, oder die Not­fall­diens­te we­gen Ba­ga­tel­len miss­brau­chen. Da gä­be es ziel­ge­rich­te­te­re Me­tho­den als die gros­se Mehr­heit de­rer zu be­stra­fen, die das nicht tun. Und die Ab­zoc­ker in die­sem Spiel blei­ben — wie üb­lich — un­ge­scho­ren.

Die Ar­mee muss spa­ren. Längst hap­pert es enorm bei der Lo­gis­tik. Die Trup­pen der «bes­ten Ar­mee der Welt» ha­ben zu­we­nig Mu­ni­tion, Fahr­zeu­ge, Treib­stoff etc.

Vor zwei Jah­ren wur­de der Kauf von neu­en Kampf­jets aus fi­nan­ziel­len Grün­den ver­scho­ben, un­ter an­de­rem auch weil in al­len mög­li­chen Be­rei­chen die Aus­rüs­tung der Sol­da­ten ver­nach­läs­sigt war. Eine er­neu­te Ar­mee-Re­form mit Re­duk­tion der Grös­se wur­de ge­plant. ("Der Schwei­zer Ar­mee ist der Feind ab­han­den ge­kom­men.")

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Es schien, als hät­te man sich auf den Vor­schlag des Bun­des­ra­tes ge­einigt, d.h. Re­duk­tion der Ar­mee auf 80'000 Mann, ein Bud­get von 4,4 Mia Fran­ken, Er­satz der Ti­ger Kampf­flug­zeu­ge bleibt ver­scho­ben.

Doch in der Herbst­ses­sion 2011 stellt der Na­tio­nal­rat (al­len vor­an die sonst Spar­wü­ti­gen) wie­der al­les in Fra­ge. Man ist sich nicht einig, ob die Schweiz 60'000, 80'000, 100'000 oder 120'000 Sol­da­ten braucht, oder soll man es gleich bei 200'000 be­las­sen? Da stellt dann die GSoA gleich wieder mal die Fra­ge, wo­zu wir in der jet­zi­gen Si­tua­tion über­haupt noch eine Ar­mee brau­chen.

Da be­schliesst der Spar-Rat mit mit­te-rechts Mehr­heit, dass man 100'000 Sol­da­ten brau­che (wer weiss wo­zu?), dass die Kampf­jets nun doch ge­kauft wer­den (und zwar so­fort, so­gar oh­ne das vor­ge­schrie­be­ne Ver­fah­ren, weil die Of­fer­ten nur bis en­de Jahr gül­tig sind) und dass das Mi­li­tär-Bud­get (wohl ver­stan­den oh­ne Er­hö­hung des Ge­samt­bud­gets) auf 5 MIA Fran­ken er­höht wer­de.

Unbe­ant­wor­tet blei­ben ein paar Fra­gen:

  1. Wie sol­len mit Fr. 600'000.- 22 Kampf­jets ge­kauft wer­den?
  2. Wo sol­len die Fr. 600'000.- denn ein­ge­spart wer­den, wenn das Ge­samt­bud­get nicht er­höht wer­den soll? Bei der Ge­sund­heit? Oder bei der Bil­dung?
  3. Wieso braucht das klei­ne Land Schweiz, das mit­ten in der EU liegt, die kei­ne krie­ge­ri­schen Op­tio­nen pflegt und sel­ber Mi­li­tär ab­baut, wie­so braucht die­ses klei­ne Land eine der gröss­ten Ar­meen in Euro­pa?

Karikatur Tagesanzeiger
Ka­ri­ka­tur aus dem Ta­ges­an­zei­ger© (Autor: Schaad)

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Die eid­ge­nös­si­schen Rä­te strei­ten um die so­ge­nann­te «Ma­na­ged Ca­re».

Diese gan­ze Ge­sund­heits­re­form soll ja da­zu die­nen, die Ge­sund­heits­kos­ten zu sen­ken, für den Staat, für die Kran­ken­kas­sen und die Prä­mien­zah­ler.

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Eigent­lich soll ein­fach die freie Arzt­wahl ein­ge­schränkt wer­den. Es sol­len Ärz­te­netz­wer­ke be­vor­zugt wer­den. Als ob nicht die meis­ten Ärz­te oh­ne­hin ein Netz­werk hät­ten, wo sie die Pa­tien­ten hin­schic­ken, wenn es sinn­voll ist. Die­se Netz­wer­ke sind na­tür­lich un­ter­schied­lich, vor al­lem zwi­schen länd­li­chen Ge­gen­den und den Ag­glo­me­ra­tio­nen.

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Wenn aber damit ge­meint ist, es sol­len vor al­lem Ge­mein­schafts­pra­xen be­vor­zugt wer­den, dann ist das nur dort sinn­voll, wo auch meh­re­re Ärz­te prak­ti­zie­ren. In klei­nen Dör­fern, wo es noch einen Arzt gibt, müss­te man dann im­mer mit dem Zug oder Bus in ein Zent­rum fah­ren. Das ist für den Pa­tien­ten oft zeit­rau­bend und teu­er, oft auch un­zu­mut­bar. Ein wirk­lich Kran­ker soll­te sich ja nicht im öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel auf­hal­ten; und er soll­te auch kein Au­to steu­ern!

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Eine Übung wie die meis­ten in letz­ter Zeit im Ge­sund­heits­we­sen: eine Spar­übung, die die Kos­ten wei­ter an­stei­gen lässt. Ge­gen zwei Grund­übel ist die­se Mass­nah­me aber nicht ge­rich­tet:

  1. Zu hohe Mar­gen in der Phar­ma (im­mer noch kos­ten Me­di­ka­men­te in der Schweiz das vier- bis sechs­fa­che des­sen, was die­sel­ben Me­di­ka­men­te im na­hen Aus­land kos­ten. Und da ist nicht bloss die Wäh­rung schuld. Aber da­ge­gen nüt­zen auch die neues­ten po­li­ti­schen Ent­schei­de nichts.
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    All das Geld, das die Kran­ken­kas­sen aus­ge­ben (z.B. für Fern­seh­spots), um sich ge­gen­sei­tig die loh­nen­den Kun­den ab­zu­ja­gen, hilft auch nicht Prä­mien zu sen­ken.

Diese Spar­übung nützt le­dig­lich bei einem klei­nen Pro­zent­satz von Leu­ten, die von Arzt zu Arzt sprin­gen, bis sie end­lich das ge­wünsch­te Zeug­nis er­hal­ten, oder die Not­fall­diens­te we­gen Ba­ga­tel­len miss­brau­chen. Da gä­be es ziel­ge­rich­te­te­re Me­tho­den als die gros­se Mehr­heit de­rer zu be­stra­fen, die das nicht tun. Und die Ab­zoc­ker in die­sem Spiel blei­ben — wie üb­lich — un­ge­scho­ren.

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Die Ar­mee muss spa­ren. Längst hap­pert es enorm bei der Lo­gis­tik. Die Trup­pen der «bes­ten Ar­mee der Welt» ha­ben zu­we­nig Mu­ni­tion, Fahr­zeu­ge, Treib­stoff etc.

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Vor zwei Jah­ren wur­de der Kauf von neu­en Kampf­jets aus fi­nan­ziel­len Grün­den ver­scho­ben, un­ter an­de­rem auch weil in al­len mög­li­chen Be­rei­chen die Aus­rüs­tung der Sol­da­ten ver­nach­läs­sigt war. Eine er­neu­te Ar­mee-Re­form mit Re­duk­tion der Grös­se wur­de ge­plant. ("Der Schwei­zer Ar­mee ist der Feind ab­han­den ge­kom­men.")

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Es schien, als hät­te man sich auf den Vor­schlag des Bun­des­ra­tes ge­einigt, d.h. Re­duk­tion der Ar­mee auf 80'000 Mann, ein Bud­get von 4,4 Mia Fran­ken, Er­satz der Ti­ger Kampf­flug­zeu­ge bleibt ver­scho­ben.

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Doch in der Herbst­ses­sion 2011 stellt der Na­tio­nal­rat (al­len vor­an die sonst Spar­wü­ti­gen) wie­der al­les in Fra­ge. Man ist sich nicht einig, ob die Schweiz 60'000, 80'000, 100'000 oder 120'000 Sol­da­ten braucht, oder soll man es gleich bei 200'000 be­las­sen? Da stellt dann die GSoA gleich wieder mal die Fra­ge, wo­zu wir in der jet­zi­gen Si­tua­tion über­haupt noch eine Ar­mee brau­chen.

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Da be­schliesst der Spar-Rat mit mit­te-rechts Mehr­heit, dass man 100'000 Sol­da­ten brau­che (wer weiss wo­zu?), dass die Kampf­jets nun doch ge­kauft wer­den (und zwar so­fort, so­gar oh­ne das vor­ge­schrie­be­ne Ver­fah­ren, weil die Of­fer­ten nur bis en­de Jahr gül­tig sind) und dass das Mi­li­tär-Bud­get (wohl ver­stan­den oh­ne Er­hö­hung des Ge­samt­bud­gets) auf 5 MIA Fran­ken er­höht wer­de.

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Unbe­ant­wor­tet blei­ben ein paar Fra­gen:

  1. Wie sol­len mit Fr. 600'000.- 22 Kampf­jets ge­kauft wer­den?
  2. Wo sol­len die Fr. 600'000.- denn ein­ge­spart wer­den, wenn das Ge­samt­bud­get nicht er­höht wer­den soll? Bei der Ge­sund­heit? Oder bei der Bil­dung?
  3. Wieso braucht das klei­ne Land Schweiz, das mit­ten in der EU liegt, die kei­ne krie­ge­ri­schen Op­tio­nen pflegt und sel­ber Mi­li­tär ab­baut, wie­so braucht die­ses klei­ne Land eine der gröss­ten Ar­meen in Euro­pa?